Am oberen Ende der Hauptstraße führt eine blaue Treppe neben der Moschee zu einer Tür, hinter der seit dem 18. Jahrhundert Tee ausgeschenkt wird. Drinnen ist das Café des Nattes — „Café der Matten“ — genau das, was der Name verspricht: Binsenmatten auf erhöhten Podesten, bemalte Säulen, niedrige Tische und ein Bogenfenster mit Blick die Straße hinunter.
In diesem Raum entstand der Ruf des Dorfes. Paul Klee und August Macke kamen 1914 vorbei, Gide vor ihnen, Simone de Beauvoir und Sartre danach. Nichts davon wird beworben, und der Tee wird noch genauso serviert: grüner Tee, frische Minze und ein Löffel gerösteter Pinienkerne obenauf.
- Bereich: Im Dorf
- Die berühmte blaue Treppe
- Minztee mit Pinienkernen
- Geschichte der Künstlerkolonie
Das Beste an: Café des Nattes
Thé aux pignons bestellen
Minztee mit Pinienkernen ist die lokale Bestellung und mindestens einmal einen Versuch wert. Sag „pas trop sucré“, wenn du ihn nicht sirupartig magst. Es gibt auch thé aux amandes mit Mandeln, den manche vorziehen.
Auf den Matten sitzen, nicht auf Stühlen
Die Podeste hinten sind das ursprüngliche Café. Sie sind niedrig, die Schuhe bleiben am Rand, und die Atmosphäre ist deutlich besser als an den Terrassentischen — die allerdings die Aussicht haben.
Nebenan ein Bambalouni probieren
Die andere Institution des Dorfes ist ein Krapfen: frisch frittiert am Stand bei der Treppe, in Zucker gewälzt, sofort und viel zu heiß gegessen. Kostet fast nichts und ist besser, als es sein müsste.
Mit dem Café des Délices vergleichen
Das andere berühmte Café liegt weiter an der Klippe, über der Marina. Nattes hat die Geschichte, Délices das Panorama. Beides an einem Nachmittag ist ein völlig vernünftiger Plan.

So kommst du zu: Café des Nattes
- Am oberen Ende der Rue Habib Thameur, direkt neben der Moschee — die blaue Treppe ist unübersehbar.
- Rund zehn Minuten bergauf von der TGM-Station.
Insider-Tipps
- Die Preise liegen deutlich über denen eines normalen tunesischen Cafés. Du zahlst für zweihundert Jahre Aussicht; die meisten finden das einmal in Ordnung.
- Bargeld ist am einfachsten. Der Geldautomat steht unten am Kreisel, nicht oben im Dorf.
- Später Nachmittag bis Sonnenuntergang ist die beste Zeit — und die vollste, also lieber werktags.
- An Winterabenden hilft eine leichte Jacke: Auf den Terrassen zieht der Wind vom Golf.
Häufige Fragen zu Café des Nattes
Häufige Fragen
Lohnt sich das Café des Nattes?
Wegen des Ortes ja — es ist eines der ältesten und stimmungsvollsten Cafés Nordafrikas, und der Blick die Straße hinunter ist großartig. Rechne mit Touristenpreisen und bei Andrang mit langsamem Service.
Muss ich reservieren?
Nein, Reservierungen gibt es nicht. Zu Stoßzeiten wartest du vielleicht ein paar Minuten; die Matten hinten werden meist schneller frei als die Fensterplätze.
Was sollte ich in Sidi Bou Saïd sonst essen?
Bambalouni-Krapfen an der Treppe, gegrillten Fisch in den Restaurants an der Marina und Brik — knuspriges frittiertes Teigblatt mit Ei — fast überall. Eine kulinarische Führung ist der einfachste Weg, mehreres auf einmal zu probieren.

